Am 16. Juli 1050 wurde in Nürnberg
die Freilassung einer Leibeigenen namens Sigena beurkundet. Diese
Urkunde ist die erste schriftliche Erwähnung Nürnbergs,
ihr Datum gilt heute als Stadtgründungstag. Im Spätmittelalter
wurde Nürnberg als eine der bedeutendsten Städte im Reich
zu dem Ort bestimmt, in dem jeder neugewählte deutsche König
seinen ersten Reichstag abzuhalten hatte (Goldene Bulle 1356) und
in dem die Herrschaftsinsignien aufbewahrt wurden (seit 1424).
Ihre wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit erlebte die
Stadt, deren Rat von führenden Handels- und Kaufmannsfamilien
dominiert wurde, im ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhundert.
Weltberühmte Künstler wie Albrecht Dürer und Veit
Stoß, Humanisten wie Willibald Pirckheimer und Wissenschaftler
wie der Astronom Johannes Regiomontanus lebten und wirkten in der
Stadt.
Im 19. Jahrhundert sorgte der Nürnberger Unternehmergeist
für einen erneuten Aufschwung: Zum Symbol des bayerischen lndustriezentrums
wurde 1835 die erste deutsche Eisenbahnfahrt zwischen Nürnberg
und Fürth.
Im 20. Jahrhundert missbrauchten die Nationalsozialisten die Stadt
für ihre Ziele. Adolf Hitler machte Nürnberg zur „Stadt
der Reichsparteitage“, hier wurden die menschenverachtenden
Nürnberger Rassengesetze erlassen und hier standen die Hauptkriegsverbrecher
des NS-Terrorregimes in den „Nürnberger Prozessen“
vor dem internationalen Militärtribunal.
Die im Zweiten Weltkrieg schwer von Bomben zerstörte Stadt
zeigt sich heute als gelungene Verbindung von lebendiger Vergangenheit
und moderner Gegenwart.
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