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Startseite > Forschungsschwerpunkt jüdische Geschichte > GSI 133

   

Quellen des Stadtarchivs zum jüdischen Leben in Nürnberg, GSI 133

 

Entstehung

Das vorliegende sachthematische Inventar hat seinen Vorläufer in dem 1949 von Dr. Georg Löhlein verfaßten "Verzeichnis über die auf Juden bezüglichen Archivalien des Stadtarchivs". Bedauerlicherweise wurde es in den folgenden Jahrzehnten nicht fortgeschrieben, so daß durch den Archivalienzugang vor allem in der Bestandsgruppe C Amtliches Schriftgut, aber auch durch die Erschließung des "Stürmer"-Archivs 1979/80 durch Arnd Müller immer mehr einschlägiges Archivgut der Jahre 1933 bis 1945 und der unmittelbaren Nachkriegszeit nicht inventarisiert war. Zusätzlich wurden durch die seit Mitte der achtziger Jahre stattfindende Gestaltung einer modernen Tektonik für die Bestände des Stadtarchivs viele von Löhlein erfaßte Archivalien nur mehr über Konkordanzlisten oder durch aufwendige Recherchen greifbar.

Deshalb begann 1990 bis 1992 der damalige Archivinspektor beim Stadtarchiv und zuständige Sachbearbeiter Thomas Wolf mit der Verifizierung und Aktualisierung des Löhleinschen Verzeichnisses. Diese bearbeitete Fassung des GSI 24 wurde seit 1994 auf weitere Bestände ausgedehnt. Im Oktober 1995 hatte ihr Inhalt einen Umfang erreicht, der eine Erschließung mittels EDV notwendig werden ließ. Es entstanden die "Quellen des Stadtarchivs zum jüdischen Leben in Nürnberg" auf der Grundlage der Dokumentation "GSI133" des Datenretrievalprogramms FAUST. Diese Aufbereitung bietet nun die Möglichkeit, dieses Inventar kontinuierlich als Datenbank und gedruckte Liste weiterzuführen.

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Aufbau und Benutzung

Verzeichnis

Der Verzeichnisteil enthält insgesamt 568 Verweise auf Archivalien und Bestände in der dem Signatursystem des Stadtarchivs entsprechenden Reihenfolge. Die Erschließungstiefe der Verweise reicht von der analytischen Inventarisierung einzelner in einer Archivalieneinheit enthaltenen Schriftstücke bis zu Kurzbeschreibungen von Beständen. Ausschlaggebend bei der Wahl der Erschließungsmethode waren

a) der Informationswert der vorhandenen Bestandsfindmittel für die vorgegebene Fragestellung und

b) die Tatsache, daß ein solches Inventar für Recherchen über Personen oder Firmen im 19. und 20. Jahrhundert durch die Angabe der dabei zu berücksichtigenden Bestände lediglich eine Wegweiserfunktion erfüllen kann.

Im letzten Fall wird der Benutzer von sich aus erst über die Bestandsfindmittel auf die Archivalien zugreifen. Aber auch da, wo GSI 133 eine vollständige Verzeichnung der Archivalieneinheit bietet, können erst die in den Bestandsfindmitteln enthaltenen Informationen über Bestandsgeschichte und Gesamtüberlieferung den vollen Quellenwert des Einzelstücks herstellen.

Dem Verzeichnis der Archivalien und Bestände schließen sich Verweise auf beim Stadtarchiv vorhandene Findmittel fremder Archive (FA) und weitere Gesamtübersichten und sachthematische Inventare (GSI) an.

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Zielsetzung und Quellenkritik

Beim Beginn der Arbeit schienen die selbstgewählten Zielvorgaben klar und einfach zu erfüllen, nämlich eine möglichst vollständige Erfassung des einschlägigen Materials mit stadtgeschichtlichem Bezug und seine Nutzbarmachung für einen großen Benutzerkreis. Der Entstehungsprozeß und der an seinem Ende stehende Überblick über die inventarisierten Quellen ließen jedoch einen anderen Aspekt hinzutreten, der hier in einer These kurz zusammengefaßt werden soll:

Jede Beschäftigung mit dem Judentum führt zwangsläufig zu einer Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus. Ein Großteil des zusammengetragenen Quellenmaterials spiegelt die Geschichte der Juden als einer seit dem Mittelalter diskriminierten und aus der Gesellschaft weitgehend ausgeschlossenen Minderheit wieder. Auch für den regionalen Bereich kann anhand der Quellen festgestellt werden, daß bis ins 19. Jahrhundert hinein der Antisemitismus primär wirtschaftliche Gründe hatte. In der Reichsstadt Nürnberg, die seit 1499 Juden jeglichen längeren Aufenthalt in ihren Mauern verwehrte, traten neben religiösen Motiven noch die ständigen Querelen mit den sie umgebenden Territorien hinzu. So wurden die Juden hier zu einem mehrfachen Feindbild: Sie waren eine unliebsame Konkurrenz im Klein- und Zwischenhandel und bei der Geldleihe, sie waren "Schutzjuden" (und damit eine Geldquelle) ihrer ansbachischen, bayreuthischen, bayerischen, bischöflichen und reichsritterschaftlichen Herren und sie waren Nichtchristen. Doch erst dem ausgehenden 19. Jahrhundert blieb es vorbehalten, durch den rassisch begründeten "wissenschaftlichen Antisemitismus" den Boden zu bereiten für Streichers "Der Stürmer", die "Nürnberger Gesetze" und die Schoa.

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Zur Neufassung 1997

Bereits unmittelbar nach Abschluß der ersten Druckfassung von GSI 133 im Dezember 1995 mußte sein Inhalt wegen neuer Rechercheergebnisse des Bearbeiters und von Benutzern ergänzt werden. Die gleichen Auswirkungen hatten Verzeichnungsarbeiten im Stadtarchiv, insbesondere der Abschluß der Bearbeitung des nun unter der Signatur E 39 firmierenden Bestandes "Stürmer"-Archiv. Der aktuelle Stand von ca. ungefähr 150 Änderungen (Korrekturen, Ergänzungen, Löschungen) in der entsprechenden FAUST-Dokumentation ließ eine neue Druckfassung notwendig erscheinen, die hiermit vorgelegt wird.

 

Nürnberg, den 10.02.1997

Gerhard Jochem

 
Stand: 01.03.2006
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