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Forschungsschwerpunkt Jüdische Geschichte - "Formerly of Nuremberg" - Vertreibung, Flucht und neue Heimat jüdischer Bürger seit 1933
Eine Ausstellung des Stadtarchivs Nürnberg

 

Die Ausstellung "Formerly of Nuremberg" wurde erstmals vom 09.11. bis 18.12.1998 im Stadtarchiv Nürnberg gezeigt. Anschließend befand sie sich im Januar 1999 im Ehrenbürg-Gymnasium in Forchheim, im März 2002 im Deutsch-Amerikanischen Institut Nürnberg und wurde im Juli desselben Jahres anläßlich des Besuches ehemaliger jüdischer Nürnberger(innen) vom Amt für Internationale Beziehungen ausgeliehen. Im Mai und Juni 2003 präsentierte sie die evangelische Dreieinigkeitsgemeinde in Gostenhof anläßlich ihres einhundertjährigen Jubiläums. Zuletzt war sie im Januar / Februar 2005 in der Reformations-Gedächtniskirche am Maxfeld zu sehen.

Die Schau besteht aus drei Stahlrohrtürmen mit jeweils vier Bild- und Texttafeln (jeweils 96 x 96 cm). Sie kann einschließlich eines deutschen und eines englischen Kurzführers kostenlos ausgeliehen werden. Wegen weiteren Einzelheiten wenden Sie sich bitte an:

Stadt Nürnberg, Stadtarchiv, 90317 Nürnberg
Tel.: (0911) 231-2770/-2771
Fax: (0911) 231-4091

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Kontaktformular

"Formerly of Nuremberg" - Vertreibung, Flucht und neue Heimat jüdischer Bürger seit 1933
Eine Ausstellung des Stadtarchivs Nürnberg
Konzeption und Inhalt: Gerhard Jochem
Repros: Monika Wiedemann, Central Zionist Archives

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Zu Konzept und Inhalt

Zwischen 1933 und 1945 wurden mehr als 5600 jüdische Nürnberger aus ihrer Heimatstadt vertrieben oder mußten vor dem Naziregime fliehen. Die Befreiung aus den KZ erlebten nur mehr 65 der aus Nürnberg deportierten Juden. Die meisten von ihnen waren bereits über 70 Jahre alt. Ein Großteil der jüngeren Überlebenden wanderte aus der ihnen fremd und verhaßt gewordenen Heimat aus.

Dieser Aspekt der Nürnberger Zeitgeschichte ist noch immer weitgehend unbeachtet. Die Ausstellung hat das Ziel, in Schlaglichtern die Ursachen, Umstände und Folgen dieser gewaltsamen Vertreibung zu zeigen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den individuellen lebensrettenden und den Lebensweg radikal verändernden Auswirkungen für die Betroffenen. Die Montage von Originalzitaten soll dem Betrachter die Gefühle und Gedanken der ehemaligen Nürnberger damals und heute authentisch vermitteln.

Originalzitate in deutscher und englischer Sprache bilden den Schwerpunkt der Ausstellungstexte. Die Erlebnisse, Gedanken und Gefühle der Verfolgten sollen so authentisch wie möglich vermittelt werden. Dazu gehört auch, daß von einer Übersetzung der englischen Zitate abgesehen wurde. Der geschichtliche und biographische Bruch, der darin zum Ausdruck kommt, kann nicht durch eine sprachliche Angleichung beseitigt werden.

Der Anstoß zu diesem Projekt waren Kontakte mit ehemaligen Nürnbergern, die sich durch die Arbeit am Gedenkbuch für die Nürnberger Opfer der Schoa ergaben. Sie machten dem Bearbeiter bewußt, wie gegenwärtig diese Vergangenheit für die Betroffenen noch heute ist. Ihnen vor allem ist die Ausstellung gewidmet.

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Themenbereiche der Ausstellung

1. Einleitung

Jüdische Auswanderer aus Nürnberg 1933 - 1939 nach Zielländern (aus: Städtisches Amtsblatt Nr. 24, 28.03.1940, S. 149 f.)

1

Argentinien

62

2

Australien

12

3

Belgien

45

4

Brasilien

25

5

China

14

6

Frankreich

118

7

Großbritannien

572

8

Holland

118

9

Italien

27

10

Jugoslawien

12

11

Luxemburg

12

12

Mittelamerika

53

13

Palästina

226

14

Schweden

32

15

Schweiz

34

16

Südafrika

33

17

Südamerika (ohne 1 und 4)

54

18

Tschechoslowakei

13

19

USA

1030

20

Sonstige

47

 

Summe

2539

Zusammen mit den Abwanderern in andere deutsche Städte verließen von 1933 bis 1939 5638 jüdische Bürger Nürnberg.

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2. Erfahrungen in Nürnberg vor und nach 1933

"Nürnberg war dank Streicher schon vor 1933 die antisemitischste Stadt Deutschlands. Aus diesem Grund erinnere ich mich nicht, daß meine Mutter uns je auf der Straße spielen ließ. Anpöbelungen waren schon damals häufig vorhanden. Ich kann mich nur darauf erinnern, daß wir als Kinder wußten, daß man in manche Nachbarschaften nicht gehen konnte ..."
Herbert Kolb, Oktober 1998

Welche persönlichen Erlebnisse führten zu der Entscheidung auszuwandern?

 

3. Palästina oder Diaspora?

"Ich selbst wurde als Deutsche jüdischen Glaubens erzogen. Mit schwerem Herzen lernte ich verstehen. Bald unterbrach ich meine Ausbildung als Fürsorgerin ..., die schon fast beendigt war. Dann bereitete ich mich auf den Beruf einer Landwirtin vor und wanderte schon 1934 nach Palästina aus."
Dora Friedmann, Juni 1998

Bis zur "Reichskristallnacht" war diese Frage in der jüdischen Öffentlichkeit heftig umstritten. Nur für die Zionisten stand das Ziel der Emigration fest: Erez Israel, das Land der Väter.

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4. Hürden auf dem Weg in die Freiheit

"Hört ihr Leute!
Purim das bedeutet Freude,
Purim das bedeutet Kuchenessen
und den Haman nicht vergessen.
Dieser Spruch aus Kindertagen
kann uns heute nichts mehr sagen.
Das war gestern, was wird morgen?
Heute haben wir andere Sorgen:
Visum, Affidavit, Konsulat,
Brasilien, Kuba, Dominikanischer Staat,
Bolivien, Haiti, Paraguay,
Alexandrette, Palästina oder Shanghai,
Rhodesien, Australien Südafrika,
die letzte Rettung sind doch die USA.
Da möcht' man hin, da könnte man lachen,
doch keine Verwandschaft drüben, wie soll man das machen?"
aus einem Purim-Gedicht (vor 1938)

Die Haltung der Nazis zur jüdischen Auswanderung war ambivalent. Einerseits sollten ihre Gewaltmaßnahmen wie Boykott, Mißhandlung und Mord eine Massenflucht aus Deutschland auslösen, andererseits wurde vielen Menschen durch den planmäßigen Raub ihres Eigentums der Weg in das rettende Ausland versperrt. Erschwerend wirkten sich auch die lange Zeit unentschlossene Haltung der potentiellen Aufnahmeländer sowie Kriegsausbruch und Kriegsverlauf aus. Seit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 war für die verzweifelten Menschen der Ausweg aus dem deutschen Machtbereich praktisch versperrt, im Oktober 1941 bedeutete das Auswanderungsverbot den Beginn der "Endlösung der Judenfrage", millionenfachen Mord.

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5. "God bless America!"

"I, the sole survivor, was fortunate to leave Nürnberg in April 1939 during the middle of the night on a "Kindertransport" bound for London, England. At age 17 I was forced to leave my parents and my home. I was sent to stay with a British family in Northern England until September 1940 when I sailed from Liverpool to New York, U.S.A. During the Atlantic crossing, though my ship sailed in a convoy, it was torpedoed by a German submarine."
A.H., Mai 1998

Die meisten jüdischen Flüchtlinge aus Nürnberg fanden Aufnahme in den Vereinigten Staaten. So schwierig der Neubeginn in einer fremden Kultur auch war, das Land bot den Einwanderern die Möglichkeit eines Lebens in Freiheit und erhielt von seinen neuen Bürgern dafür Dankbarkeit und Patriotismus.

 

6. Erez Israel

"Wir werden uns in Herzlia, einer Kolonie nördlich von Tel Aviv, niederlassen. Ob ich dort Arzt oder Siedler sein werde, soll die Entwicklung der nächsten Monate entscheiden. Auf jeden Fall freuen wir uns auf das eigene Heim. Den Nürnbergern hier geht es ordentlich. Wenn auch keiner im Überfluß lebt, so habe ich noch keinen gefunden, der unzufrieden wäre oder gar seine Auswanderung bereuen würde. Wollen wir hoffen, daß alle Wünsche sich verwirklichen."
aus einem Brief vom Oktober 1934

Der entbehrungs- und konfliktreiche Aufbau des jüdischen Staates im britischen Mandatsgebiet Palästina verlangte von den Einwanderern viel Idealismus.

 

7. Gescheiterte Flucht I: Mali und Simon Margulies

Stellvertretend für die Nürnberger, denen es trotz verzweifelter Bemühungen nicht gelang, vor der Schoa ins Ausland zu fliehen, wird das Schicksal des schwerbehinderten Kaufmanns Simon Margulies und seiner Tochter Mali geschildert.

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8. Gescheiterte Flucht II: Holland, Belgien, Frankreich

"Am 10. Mai 1940, als die Nazis Belgien angriffen, wurde mein Vater als Deutscher von den belgischen Autoritäten verhaftet - er war bereits 58 Jahre alt - und in Südfrankreich interniert, von wo er nach drei Jahren schließlich von Drancy bei Paris in Richtung Oberschlesien deportiert wurde. Mutti, L. (Schwester) und ich haben den Krieg in den Ardennen überlebt ..."
M.S., Juni 1998

In der Hoffnung, das Naziregime in Deutschland werde nur von kurzer Dauer sein, flohen viele Menschen in die westlichen Nachbarländer, um ihre familiären und geschäftlichen Kontakte nicht zu verlieren. Nachdem die Beneluxstaaten und Frankreich im Mai 1940 von der deutschen Wehrmacht überrannt worden waren, fanden sich diese Emigranten plötzlich im Machtbereich ihrer Verfolger wieder.

Beispiel der dazugehörigen Ausstellungstafel

Beispiel der dazugehörigen Ausstellungstafel

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9. Nach der Schoa: Die Emigration der Familie Kolb

Bernhard Kolb, von 1923 bis zu seiner Deportation in ein KZ im Juni 1943 Sekretär und Geschäftsführer der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, wanderte nach der Befreiung mit Frau und Sohn in die USA aus. Er konnte in einem Land, für das er und seine vier Brüder im Ersten Weltkrieg gekämpft hatten und für das drei von ihnen gefallen waren, nicht weiterleben, weil es zum Dank dafür seinen einzigen überlebenden Bruder und seine Schwester mit ihren Familien, seine Tochter, den Schwiegersohn und ihr neugeborenes Kind sowie sämtliche anderen Verwandten ermordet hatte.

 

10. Minister, Professoren, Dichterinnen: Kurzbiographien

Abgesehen von wenigen Ausnahmen wie Hermann Kesten ist in Nürnberg wenig über die Leistungen seiner ehemaligen Bürger in Politik, Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft bekannt. Einige exemplarische biographische Skizzen zeigen den ebenso oft mühsamen wie erfolgreichen Lebensweg von Vertriebenen und ihren Familien.

 

11. Kurt Metzger, der letzte Nürnberger Rabbiner

Leben und Wirken Prof. Dr. Metzgers waren bestimmt von der Polarität, die die Biographien vieler Emigranten prägt: Amerikaner deutscher Herkunft und Jude, Opfer der nazistischen Gewalt und Verfechter einer Versöhnung ohne zu vergessen. Er war einer der "großen Söhne" Nürnbergs, deren Verdienste hier außerhalb der jüdischen Gemeinschaft unbeachtet blieben.

 

12. "Our roots no longer rest in Nuremberg ..."

Obwohl seit ihrer Vertreibung 60 Jahre vergangen sind, in denen neue Generationen heranwuchsen, einen noch heute viele der ehemaligen Nürnberger überall in der Welt familiäre Bande und das gemeinsam erlittene Schicksal. Wie gehen diese Menschen mit ihrer Vergangenheit um, welche Einstellung haben sie zum heutigen Nürnberg?

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Bild- und Textbeispiele

1.2
Chronologie zur jüdischen Emigration 1933 - 1945

30.01.1933

"Machtergreifung" der Nationalsozialisten in Deutschland: zunächst vor allem Flucht politisch exponierter Personen.

01.04.1933

Reichsweiter Boykott gegen jüdische Unternehmen, organisiert vom fränkischen Gauleiter Julius Streicher.

Anfang 1934

Beginn der planmäßigen Jugend-Alijah nach Palästina; bis März 1939 können 3262 Jugendliche gerettet werden.

15.09.1935

"Nürnberger Gesetze": Entzug aller staatsbürgerlichen Rechte für Juden.

Juli 1938

Konferenz von Evian: 32 Nationen beraten ergebnislos über die Flüchtlingsfrage.

09./10.11. 1938

"Reichskristallnacht": Verschleppung von über 30000 Juden in die KZ Sachsenhausen, Buchenwald und Dachau; Massenflucht aus Deutschland setzt ein.

12.11.1938

"Verordnung über die Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben": "Arisierung" der verbliebenen jüdischen Wirtschaftsbetriebe, Ende jeglicher Erwerbsmöglichkeiten aus selbständiger oder lohnabhängiger Arbeit.

Januar 1939

Einrichtung der "Reichszentrale für die jüdische Auswanderung" bei der Gestapo.

März 1939 - Herbst 1940

Sieben illegale Schiffstransporte mit jüdischen Emigranten erreichen Palästina im Rahmen der "Alijah Beth", Tarnname "Sonder-Hachschara".

Mai 1939

Beginn der Irrfahrt des Emigrantenschiffs "St. Louis" von Hamburg über Kuba zurück nach Europa.

01.09.1939

Deutscher Überfall auf Polen.

Oktober 1939

Britische Mandatsmacht verbietet jüdische Einwanderung nach Palästina (bis April 1940).

Mai 1940

Deutscher Überfall und Besetzung der Niederlande, Belgiens, Luxemburgs und Frankreichs.

25.11.1940

Bei dem verzweifelten Versuch, durch eine Sprengung an Bord das von den Briten erzwungene Auslaufen des Flüchtlingsschiffes "Patria" aus dem Hafen von Haifa zu verhindern, werden 251 Passagiere getötet.

22.06.1941

Deutscher Überfall auf die Sowjetunion: der Fluchtweg über die UdSSR in den pazifischen Raum ist endgültig versperrt.

Oktober 1941

Auswanderungsverbot für Juden aus dem deutschen Machtbereich als Vorstufe der "Endlösung".

29.11.1941

Erste Deportation von Nürnberg nach Riga-Jungfernhof.

07.12.1941

Japanischer Überfall auf Pearl Harbour.

11.12.1941

Deutsche Kriegserklärung an die USA: Ende jeglicher Auswanderungsmöglichkeiten aus dem deutschen Machtbereich. Nur noch vereinzelte jüdische Menschen gelangen durch Freikauf oder im Austausch gegen Kriegsgefangene in neutrale Staaten.

20.01.1942

"Wannsee-Konferenz".

20.04.1945

Befreiung Nürnbergs durch die Amerikaner.

08.05.1945

Bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reichs. Von den 1534 aus Nürnberg deportierten Juden haben 65 das KZ überlebt. Die meisten von ihnen sind über siebzig Jahre alt. Die jüngeren Überlebenden wandern größtenteils aus.

16.12.1945

Neugründung der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg.

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4.6

"In der gleichen Nacht verließen wir das verdunkelte Berlin - RM 10.- war unser ganzes Bargeld!!! ... Nun ging es über Litauen - Königsberg zuerst - nach Moskau, wo wir 5 Tage blieben, bis wir den Sibirienexpreß bekamen, der zweimal wöchentlich verkehrte und für den wir ein Abteil hatten ... Nach einer Woche kamen wir in die Manschurei, wo wir übernachteten, Charbin, Korea, Yokohama, wo wir zwei Tage blieben. Am 24. Oktober schifften wir uns auf dem japanischen Frachtdampfer ein, auf dem wir sechs Wochen blieben ... Nach 14 Tagen - wir sahen nichts als Himmel und Wasser - kamen wir nach Honolulu, das uns wie ein Symbol des Friedens anmutete, vom Schiff durften wir nicht, da wir ja kein amerikanisches Visum hatten, dann ging es über Hawaii, der Westküste entlang nach San Francisco, Los Angeles, Mexico ... Über San Salvador kamen wir am 6. Dezember bei einer Gluthitze in Panama an ... Mitte Februar konnten wir dann endlich nach Santo Domingo fliegen ... über Balboa, Columbien, Venezuela, Haiti kamen wir endlich zu unserem vorläufigen Ziel ... Es klappte dann auch schnell mit Schiffsplätzen und so fuhren wir durchs Karibäische Meer über Puerto Rico in sechs Tagen nach New York, wo wir am 5. Mai 1941 ankamen. Und am 3. Oktober 1940 hatten wir Nürnberg verlassen!"

Aus einem Brief von Ilse Fuld an Cläre Gellenthin-Kempe vom 11. September 1950 (Stadtarchiv Nürnberg F 14 Nr. 4)

 

Argentinisches Einreisevisum für Margot Astruck

Argentinisches Einreisevisum für Margot Astruck, naturalisierte Peruanerin deutscher Herkunft aus Nürnberg (Stadtarchiv Nürnberg E 10/58 Nr. 47)

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5.5

"Wir können Ihnen nicht schildern, wie glücklich wir uns in diesem grossen freien Land fühlen und wie dankbar wir sind, dass wir hier so wunderbare Aufnahme fanden. Die Leute sind hier alle viel friedlicher wie in Europa ... Gestern waren die Wahlen, da hat man eigentlich nur an diesem Tag etwas gemerkt. Ein richtiger Unterschied zwischen Demokraten und Republicans besteht nicht, beide sind in erster Linie Amerikaner. Der Unterschied ist eigentlich nur, dass ein Präsident jeweils seine Parteimitglieder vorzugsweise als Minister nimmt ...

Die Menschen wollen hier unbeschwert, frei und angenehm leben. Es wird alles offen critisiert, das geändert werden soll oder muss. Der Präsident oder ein hoher Beamter wird genauso critisiert wie ein anderer gewöhnlicher Sterblicher. All das vollzieht sich ohne Gehässigkeit. Jeder kann sagen, was er will, und keiner kümmert sich um den anderen in der unschönen Weise, wie das in Europa der Fall war. Fast jeder Arbeiter und jeder andere Mensch hat sein Automobil und geniesst sein Leben in einer Weise, wie es in Europa nur in den sog. Oberschichten der Fall ist."

Aus einem Brief von Henry G. Grant (Hugo Gutmann), früherer Inhaber der Büroeinrichtungsfirma Salomon Gutmann, Vordere Sterngasse 3, an Dr. Joseph Drexel, 06.11.1946 (Stadtarchiv Nürnberg E 10/24 Nr. 8)

Anzeige des Rechtsanwalts Dr. Leopold Landenberger

Anzeige des Rechtsanwalts Dr. Leopold Landenberger im AUFBAU Nr. 50 vom 13.12.1940 (Stadtarchiv Nürnberg E 39 Nr. 1286/2)

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6.2

"The apartment was on the third floor which at that time did not even bother my parents. There where no elevators. The furniture from Nuremberg fitted in more or less - with the exeption of the dining room. The front room was furnished with the 'good' pieces including a large desk, a large vitrine, a table which doubled as dining table, and a sofa which doubled as my bed. The middle room was my sister's room ... My parents had brought their bedroom set which furnished the third room. It was quite inappropriate for life in Palestine where most people had to make every room and every piece of furniture do double duty, but by rearranging the twin beds at right angles to each other the room became a kind of sitting room too."
Prof. Arnold Friedmann, Manuskript "From Nuremberg To Hadley"

Haifa, Herzl Street, in den dreißiger Jahren

Haifa, Herzl Street, in den dreißiger Jahren (Stadtarchiv Nürnberg E 39 Nr. 1031/1)

 
Stand: 22.01.2010
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