In ihrer Blütezeit profitierte eine der wichtigsten Branchen
der Nürnberger Industrie, die Fabrikation von Blechspielwaren
und aus ihr hervorgehend der Modellbau, besonders von der christlich-jüdischen
Symbiose, indem für die technischen Entwicklungen von Handwerkern
und Ingenieuren jüdische Finanziers und Kaufleute Kapital,
Logistik (Heimarbeit) und internationale Vertriebsnetze zur Verfügung
stellten und so der Stadt zum damals berechtigten Image der Welthauptstadt
des Spielzeugs verhalfen. Um 1930, also noch nach dem Einbruch der
deutschen Exportwirtschaft durch den Ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise,
konnten zahlreiche Hersteller- und Handelsbetriebe in diesem Bereich
als „jüdisch“ bezeichnet werden, wobei sich die
Verwendung dieses Begriffs an der späteren Definition durch
die Nationalsozialisten orientiert, d.h. ob sie von der „Arisierung“
jüdischer Vermögenswerte betroffen waren.
Als Beispiele für das Zusammenwirken und seine Zerstörung
durch den Verlauf der deutschen Geschichte in der ersten Hälfte
des 20. Jahrhunderts wurden in der Ausstellung drei Biographien
dargestellt, die in den Beständen des Stadtarchivs gut dokumentiert
und erforscht sind: Georges Carette (1862 - 1954), Paul Josephthal
(1869 - 1943) und Louis Henry Zinn (1870 - 1938).
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