Link direkt zum Inhalt
Nürnberg online
Suche Stadtplan Öffentliche Verkehrsmittel
Zurück zur Startseite Link zum Kulterreferat auf www.kubiss.de

Aufgaben  |  Links  |  Sitemap  |  Kontakt

 Sie sind hier :  
 

Startseite > Aktuelles

   

Aktuelles - Erschließung der Gerichtsbücher 1481 bis 1635

 

Der reichsstädtische Bestand des Stadtarchivs Nürnberg mit der größten überregionale Bedeutung ist das Stadt-, Bauern- und Untergericht. Diese Überlieferung ist als Bestand B 14 definiert. Die Masse der Archivalien bilden dabei die Gerichtsbücher der 'libri litterarum' (Teilbestand B 14/I) und der 'libri conservatorii' (Teilbestand B 14/II), in die alle anfallenden Rechtsgeschäfte ab dem 15. Jahrhundert bis ca. 1660 eingetragen wurden und die ab 1481 bzw. 1484 nahezu lückenlos überliefert sind.
Bei den 'libri litterarum' handelt es sich um Abschriften von förmlichen Urkunden (Haus-, Hof- und Grundstücksverkäufe, Testamente, Heiratsverträge, Gesellschaftsverträge u.a.m.), in die 'libri conservatorii' wurden dagegen Verträge, Urteile, „Bekenntnisse“ (Confessiones), Quittungen etc. eingeschrieben, wozu keine förmlichen Gerichtsurkunden ausgestellt wurden. Beide Gerichtsbuchreihen beinhalten Rechtsgeschäfte aller reichsstädtischen Gerichte. Die Einträge hatten dieselbe Rechtskraft wie Urkunden. Die Rechtsmaterien betrafen dabei die streitige wie die freiwillige Gerichtsbarkeit.

 

Die Erschließung der 'libri litterarum' mit herkömmlichen Findbüchern

Entsprechend der Bedeutung der Gerichtsbücher hat das Stadtarchiv Nürnberg seit dem 20. Jahrhundert viel Arbeitskraft in die Erschließung der einzelnen Gerichtsbucheinträge investiert. Denn ähnlich wie bei den anderen beiden, vergleichbaren Quellengruppen, den reichsstädtischen Ratsverlässen und den Briefausgängen, steht man ansonsten als Forscher vor einem Berg von Informationen, der lediglich chronologisch gegliedert ist. Unsere Vorgänger im Stadtarchiv erstellten dabei die Findmittel nach den damaligen technischen Möglichkeiten: Alle in einem Gerichtsbucheintrag vorkommenden Personen, Orte und Berufe wurden verschlagwortet, wobei in der Regel auch das Rechtsgeschäft regestenartig ausgeworfen wurde. Auf diese Weise wurden bis in die 1970er Jahre alle 193 Gerichtsbücher der libri litterarum mit geschätzten 80.000 Gerichtsbucheinträgen von 1481 bis 1770 erfasst. Es entstanden auf diese Weise 34 Findbücher mit ca. 14.740 Seiten und geschätzten 380.000 Personen-, Orts- und Berufseinträgen.

 

Tiefenerschließung per Datenbank seit 1998

Ab 1998 wurden die Erschließungsarbeiten an den 'libri conservatorii' fortgesetzt. Dank den neuen Möglichkeiten einer Datenbank ist allerdings die Erschließungsmethode wesentlich erleichtert worden: Jeder Eintrag wird als Vollregest erfasst, alle darin vorkommenden Personen, Gerichtszeugen und Orte (jeweils in Originalschreibweise) werden in entsprechenden Registerfeldern nochmals ausgeworfen, wobei hier eine Vereinheitlichung der Schreibweisen erfolgt. Wichtige Sachbegriffe werden analog in einem Register erfasst.

 
Vollregest aus StadtAN B 14/II
zum Seitenanfang
 

Mit Stand September 2009 wurden auf diese Weise über 53.000 Gerichtsbucheinträge aus dem Zeitraum 1484 bis 1538 mit Vollregesten verzeichnet. Dabei gilt es bei den Jahren 1489 bis 1497 noch eine Lücke zu schließen. Ausgedruckt ergeben sich derzeit etwa 7.500 Seiten Findbücher. Eine Beispielseite ist unten zu sehen. In den Einträgen kommen über 218.000 Personennamen und über 61.000 Ortsnamen vor; 177.000 Sachbegriffe bieten eine weitere Strukturierung.
Dass der Bestand überregionale Bedeutung hat – speziell bei allen Themen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte - ist allgemein bekannt. Nicht allgemein bekannt ist hingegen die große Bedeutung dieser Findmittel auch für die schon oben genannten, zentralen Bestände „Reichsstadt Nürnberg, Ratsverlässe“ sowie „Reichsstadt Nürnberg, Briefbücher“, die sich heute im Staatsarchiv Nürnberg befinden. Dadurch, dass man mit Hilfe der Gerichtsbücher bestimmte Sachverhalte datieren kann – etwa die Regelungen nach dem Konkurs eines internationalen Handelsunternehmens -, lassen sich einschlägige Ratsverlässe und Briefausgänge relativ einfach finden.
Die Datenbank ist – neben dem herkömmlichen Findbuchausdruck der Regesten - im Lesesaal des Stadtarchivs benutzbar. Auftragsrecherchen werden gemäß der Gebührenordnung durchgeführt, Ansprechpartner ist Herr Dr. Bauernfeind.

 
Interner Link

Gebührensatzung

 
B 14/II - Libri Conservatorii - Vollregesten
 
externer Link

Kontaktformular

 

Bitte geben Sie bei gebührenpflichtigen Anfragen, Foto- und Buchbestellungen für die Rechnungsstellung auch Ihre Postanschrift an - dies erspart uns zusätzlichen Aufwand und verkürzt die Bearbeitungszeit.

 
Stand: 22.01.2010
zum Seitenanfang
 
Copyright Stadt Nürnberg

Datenschutz

 

 

Impressum